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Tag 3

Der starke Wind hielt in der Nacht an und in den frühen Morgenstunden ging ein leichter Regenschauer nieder. Dennoch: Göttliche Ruhe. Auf dem morgendlichen Gassi-Walk konnte ich zum ersten Mal die beginnende Ebbe an dieser Küste bestaunen. Ein kleiner Vorgeschmack auf den Nachmittag. Der Tidenhub ist wirklich beeindruckend und der Strand nimmt gewaltige Dimensionen an.
Ein Traktor überquerte den Sand in Richtung zurückweichendem Flutsaum. Im Schlepptau ein Motorboot. Der Fahrer fuhr rückwärts ins feuchte Nass, liess das Boot ins Wasser gleiten, setzte den Traktor samt Anhänger ein paar Meter vor und watete dem nun schwimmenden Kahn hinterher. Wenige Sekunden später machte er sich vom Acker respektive stach in See. Im Verlaufe des Tages wiederholte sich diese Szene aus Neue. Weitere Traktoren mit Anhänger wurden auf dem Strand geparkt, nachdem sie ihre schwimmende Fracht ins Wasser gelassen hatten. Es scheint, dass man hier als Schiffshalter auch einen ausgemusterten John Deere oder ähnliches Gerät sein eigen nennen muss. So was bekommt man in heimischen Gefilden sicherlich nie vor die Linse.

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Transport-Service für Trockengelegte (Schiffe natürlich)

Nach dem Frühstück machten wir einen Shoppingausflug nach Barneville Caternet um in einem Einkaufscenter ein paar Vorräte zu erwerben. Ausserdem habe ich Dödel meine Badehosen zu Hause liegen lassen. Who cares? Wo eine Kreditkarte, da ein Fetzen Stoff!

Gestern Abend haben wir unsere Vermieter kennen gelernt. Ein sympathisches Pärchen. Zur Begrüssung standen eine Flasche Wein sowie verschiedene Biskuits auf dem Stubentisch. Zudem erhielten wir von der Chefin als Willkommensgruss ein Glas selber fabrizierte Mirabellen-Konfitüre überreicht. Diese schmeckt übrigens ausgezeichnet. Nochmals betonten die beiden Gastgeber, dass wir unseren Hund in den Dünen, wie auch am Strand ohne Leine laufen lassen dürfen. Heute nun machten wir die Bekanntschaft einer Nachbarin (?), die uns schon mal versuchte, die gute Laune zu verderben, in dem sie uns zwingen wollte, unseren Kampfhund an die Kette zu nehmen. Tatsächlich – ist uns erst heute aufgefallen – sind an den Strandübergängen überall Schilder montiert, die dies im Namen des lokalen Bürgermeisters fordern und bei Nichtbeachtung mit einer Busse zweiter Klasse drohen – was immer das auch sein mag. Datiert: November 2012. Wir haben Mitte August 2012 gebucht. Grund der Evaluation: Dass wir unseren Wachhund frei laufen lassen dürfen…
Wenn die Gemeinde auf die Dauer auf Stur stellt, geht das Geschäftsmodell unseres Vermieters ziemlich sicher die Flut runter. Schade! Fragt sich, welche idiotischen Hundehalter das Fass zum überlaufen brachten? Scheinbar wurden Menschen gebissen und anschliessend Hunde eingeschläfert.
Nun denn. Wir lassen uns die Ferien nicht vermiesen. Glücklicherweise ist unser Goldi so artig und folgsam, dass wir nichts zu befürchten brauchen.

Wie vorausgesagt, liess der Wind heute nach und es wurde richtig heiss. Eine Abkühlung im Meer war nicht ganz einfach, da sich das Meer bis gegen Abend schlicht nicht blicken liess. Einen gefühlten Kilometer weit weg vom Strand stiess der Schwimmer endlich auf die salzige Erfrischung. Gigantisch dieses Naturspektakel.

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Das Wasser kehrt langsam zurück. Als Grössenvergleich: Im Hintergrund ist die letzte Düne mit den dahinter liegenden Ferienhäuser (darunter unseres ganz rechts) schemenhaft zu erkennen. Der Fotograf steht in maximal knöcheltiefem Wasser. In der Bildmitte im Bereich des trockenen Sandes sind ein Sonnenschirm (links) und Strandgänger (Mitte, rechts) zu erkennen (zoomen).

Das Wasser ist wirklich seeehr erfrischend. Es braucht schon ein Weilchen, bis sämtliche Körperpartien nach dem Kälteschock dem Grosshirn grünes Licht melden. Aber ist man mal drin, macht’s Spass.
Morgen erkundigen wir Portbail. Und bis dahin beobachten wir das aufkommende Sommergewitter und freuen uns auf einen erholsamen Schlaf…

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