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Tag 16

Abschied. Letzte Gassi-Runde am Strand. Um 0830h hiess es „Leinen los!“. Der Strand war für einmal traktorlos. Nur das Rauschen der Wellen und des Windes. Kein Mensch weit und breit. Nur Gina und ich. Einfach schön!

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Eine ruhige Fahrt nach Joigny mit einer tragischen Schrecksekunde stand uns bevor.
Auf einer zweispurigen Nationalstrasse lief plötzlich ein freilaufender Hund vor uns auf der Fahrbahn. Das sichtlich in Panik geratene Tier lief seiner, auf dem Pannenstreifen stehenden Besitzerin, auf und davon. Gemeinsam mit einem zweiten Fahrzeug drosselten wir den Verkehr von 110km/h auf Schritttempo um den Flüchtling nicht zu überfahren. Schliesslich machte er sich auf in Richtung Gegenverkehr. Um nicht auch noch einen Autounfall und damit Menschenleben zu riskieren, mussten wir auf unserer Seite der Autobahn wieder beschleunigen. Wie das Drama ausgegangen ist, wissen wir nicht. Wir können nur hoffen, befürchten aber das Schlimmste.
Die Szene ging uns ziemlich nah. Für die nächsten Minuten war die Stimmung denn auch ziemlich gedrückt.

Das Gebiet der Loire zu durchreisen, ohne ein Prunkschloss wenigstens von aussen gesehen zu haben, geht nicht. Deshalb haben wir uns für das Prunkvollste entschieden: Schloss Chaumont. Der Link sagt mehr als tausend Worte. Gigantisch.

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Ab Orléans war die Autobahn fast leer. Und gegen 1700h erreichten wir unseren Etappenort Joigny, wo ein erstes „Pression“ auf die Reisenden wartete.

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Blick aus dem Hotelzimmer

Eine Runde durch den Hotelpark, ein Abstecher an den Fluss und ins Städtchen um den Appetit anzuregen und die Bedürfnisse unserer Pelzträgerin gerecht zu werden.

Zum Abschluss ein vergleichsweise dekadenter Viergänger, völlig underdressed – gerade deshalb erinnerungswürdig – mit einem romantischem Sonnenuntergang. Das Leben ist schön!

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Tag 15

Letzter Tag in/auf der Hazienda. 5 1/2 Zimmer, grosser, gänzlich umzäunter Umschwung, direkt hinter der Düne gelegen. Genau das Richtige für ruhige Ferien mit Hund.

Besenreinemachen ist angesagt. Ebenso letzte Einkäufe für die Tour zurück in heimische Gefilde. Um 1900h kommen die Vermieter zum Handshake vorbei.

Vorher gab’s aber noch Strandzeit. Tag der toten Krebse. Überall am Strand lagen Kadaver rum.

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Welche Eindrücke nehmen wir – zu den bereits notierten – mit nach Hause (querbeet):

  • Wunderschöne, gepflegte Dörfer im Cotentin – nicht nur an der Küste…
  • Alte Landsitze und Burgen zuhauf…
  • Der Cotentin ist eine grüne Oase…
  • Natur pur: die Gezeiten dominieren das Tagesgeschehen. Die Ebbe ist gewaltig. Beim Mondwechsel noch gewaltiger…
  • Strände. Einsam, endlos und enorm breit…
  • Die Geschichte ist allgegenwärtig…
  • Der tägliche Blick vom Strand auf eine der letzten Steueroasen (Jersey)…
  • Die Normandianer sind weniger freundliche Autofahrer als die Guernseyaner…
  • Ums Haus und in den Dünen tummeln sich dunkle Weinbergschnecken und flinke Hasen…
  • Calvados ist fein – vor allem hier…
  • Keine Mücken angetroffen – die Viecher verirren sich wohl nicht ans Meer…
  • Wild flatternd und pfeifend umherfliegende Vögel über den Dünen rund ums Haus, die so potentielle Fressfeinde von ihrer Brutstelle ablenken wollen…
  • Gina, die den Sprung ins Meer so liebt – vor allem bei leichtem Wellengang…
  • Der vorherrschende sanfte Tourismus – keine Hotelkomplexe, keine all-inklusive Bunker, keine Vergnügungsparks, keine kilometerlangen Strassen mit Souvenir-Shops und Polaroid-Menus…
  • Hauptstrassen 90km/h, Autobahnen 130km/h mit netten Hinweisschildern auf die gleich folgende Radarkontrolle…
  • kitischige Sonnenuntergänge…
  • jeden Morgen sieht die Welt hinter der Düne anders aus…
  • Die Kalorienaufnahme war wie erwartet (zu) hoch…
  • Wind, Wind, Wind und dennoch angenehme Temperaturen…
  • Schöne Kreisel, neue Kreisel, viele Kreisel, riesige Kreisel…
  • Sauberkeit, wo das Auge hinschaut…
  • Wetterglück – nur ein gänzlich verregneter Tag…
  • Wetterwechsel so schnell wie im Gebirge…
  • 14 Tage lang kein TV – obwohl in jeder Logis einer vorhanden war! Welche Wohltat!!

Liste nicht abschliessend – vielleicht wird sie noch ergänzt…

Tag 5

Heute mussten wir früh aus den Federn. Um 1015h war Check-in Zeit in Saint Malo. Die Fahrt verlief planmässig. Pünktlich erreichten wir den Terminal. Als drittes Auto warteten wir auf das Boarding. Und vor uns: Der Twingo-Fahrer.
Zur festgelegten Zeit rollte das erste Auto zum Schalter. Vom Twingo-Pilot keine Spur. Da ich einen Tick zu nah aufgefahren war, konnte ich den einsamen Wagen nicht überholen. Glück gehabt. Sonst hätten wir den Comedy-Act des Tages verpasst. Geschmeidig schlenderte der Endfünfziger an der Seite seiner Gattin auf seine Bolide zu. Plötzlich erfasste er die Situation: Sein Auto an der Spitze einer auf ihn wartenden Kolonne. Vor seinem Gefährt: Gähnende Leere. Die Geschmeidigkeit in seinem Gang wich einer verkrampften Verlegenheit. Tempo wurde aufgenommen. Rein in die Karre, Gurt montiert und mit Schwung…am Kontrollposten vorbei. Doch Twingos Beifahrerin schreitet – optisch unmissverständlich sichtbar – verbal ein, unterstützt von der Hände und Arme ringenden Offiziellen, deren Lockenkopf aus dem – glücklicherweise – offenen Fenster des Kontrollhäuschens geschossen kam. Mr. Twingo legt also einen Notstopp ein und setzt seine Karre zurück. Ich blieb auf Distanz, was mir von der Uniformierten ein anerkennendes Augenzwinkern einbrachte. Twingo hat sich mittlerweile auf Höhe Schalter zurückgepirscht und bleibt mit zwei Meter Abstand zum Drive-in stehen. Die Fensterdurchreiche passt so nicht. Twingo verzichtet auf eine Rangierübung und will raus aus der Kiste. Der Gurtstraffer erinnert ihn sichtbar daran, noch mit seinem Auto verbunden zu sein. Schliesslich gelingt es ihm, sich dem Auto zu entledigen um das Check-in zu absolvieren. Wir haben uns königlich unterhalten und hoffen, das die getönten Frontscheiben unseres Vehikels etwas Diskretion gewahrt haben.

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Einfahrt der Fähre in den Hafen von Saint Malo

Die Überfahrt mit der HighTechSpeed Fähre dauerte knapp zwei Stunden. Mit 70 km/h blässt einen der Fahrtwind auf dem kleinen Freideck mächtig um die Ohren. Drinnen erinnert die Einrichtung mehr an einen Flieger als an ein Schiff. Die präventiv eingeworfenen Reisetabletten wären wohl nicht nötig gewesen. Das Meer war sehr ruhig. Weit und breit kein Gewitter. Unser Goldi musste derweil unter Deck im Auto bleiben. Vorschrift. Kein grosses Problem für unsere treue Begleiterin.

Guernsey empfing uns mit strahlendem Sonnenschein. Und dann die Premiere: Linksverkehr. Die ersten Kilometer haben gut geklappt. Mal sehen, wie schnell ich mich dran gewöhnen werde.

Wie erwartet gestaltet sich das Nachtessen in Begleitung eines Hundes als schwierig. Nur Restaurants mit Garten heissen unsere Begleitung willkommen. Nun denn. Man kann nicht alles haben…

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Nachtessen bei 50 Minuten Glockensound (zu Ehren des königlichen Nachkommens?) und Blick auf den Hafen von St. Peter Port bei Hochwasser (bei Ebbe sähe man wohl nur die höchsten Masten…)

Tag 3

Der starke Wind hielt in der Nacht an und in den frühen Morgenstunden ging ein leichter Regenschauer nieder. Dennoch: Göttliche Ruhe. Auf dem morgendlichen Gassi-Walk konnte ich zum ersten Mal die beginnende Ebbe an dieser Küste bestaunen. Ein kleiner Vorgeschmack auf den Nachmittag. Der Tidenhub ist wirklich beeindruckend und der Strand nimmt gewaltige Dimensionen an.
Ein Traktor überquerte den Sand in Richtung zurückweichendem Flutsaum. Im Schlepptau ein Motorboot. Der Fahrer fuhr rückwärts ins feuchte Nass, liess das Boot ins Wasser gleiten, setzte den Traktor samt Anhänger ein paar Meter vor und watete dem nun schwimmenden Kahn hinterher. Wenige Sekunden später machte er sich vom Acker respektive stach in See. Im Verlaufe des Tages wiederholte sich diese Szene aus Neue. Weitere Traktoren mit Anhänger wurden auf dem Strand geparkt, nachdem sie ihre schwimmende Fracht ins Wasser gelassen hatten. Es scheint, dass man hier als Schiffshalter auch einen ausgemusterten John Deere oder ähnliches Gerät sein eigen nennen muss. So was bekommt man in heimischen Gefilden sicherlich nie vor die Linse.

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Transport-Service für Trockengelegte (Schiffe natürlich)

Nach dem Frühstück machten wir einen Shoppingausflug nach Barneville Caternet um in einem Einkaufscenter ein paar Vorräte zu erwerben. Ausserdem habe ich Dödel meine Badehosen zu Hause liegen lassen. Who cares? Wo eine Kreditkarte, da ein Fetzen Stoff!

Gestern Abend haben wir unsere Vermieter kennen gelernt. Ein sympathisches Pärchen. Zur Begrüssung standen eine Flasche Wein sowie verschiedene Biskuits auf dem Stubentisch. Zudem erhielten wir von der Chefin als Willkommensgruss ein Glas selber fabrizierte Mirabellen-Konfitüre überreicht. Diese schmeckt übrigens ausgezeichnet. Nochmals betonten die beiden Gastgeber, dass wir unseren Hund in den Dünen, wie auch am Strand ohne Leine laufen lassen dürfen. Heute nun machten wir die Bekanntschaft einer Nachbarin (?), die uns schon mal versuchte, die gute Laune zu verderben, in dem sie uns zwingen wollte, unseren Kampfhund an die Kette zu nehmen. Tatsächlich – ist uns erst heute aufgefallen – sind an den Strandübergängen überall Schilder montiert, die dies im Namen des lokalen Bürgermeisters fordern und bei Nichtbeachtung mit einer Busse zweiter Klasse drohen – was immer das auch sein mag. Datiert: November 2012. Wir haben Mitte August 2012 gebucht. Grund der Evaluation: Dass wir unseren Wachhund frei laufen lassen dürfen…
Wenn die Gemeinde auf die Dauer auf Stur stellt, geht das Geschäftsmodell unseres Vermieters ziemlich sicher die Flut runter. Schade! Fragt sich, welche idiotischen Hundehalter das Fass zum überlaufen brachten? Scheinbar wurden Menschen gebissen und anschliessend Hunde eingeschläfert.
Nun denn. Wir lassen uns die Ferien nicht vermiesen. Glücklicherweise ist unser Goldi so artig und folgsam, dass wir nichts zu befürchten brauchen.

Wie vorausgesagt, liess der Wind heute nach und es wurde richtig heiss. Eine Abkühlung im Meer war nicht ganz einfach, da sich das Meer bis gegen Abend schlicht nicht blicken liess. Einen gefühlten Kilometer weit weg vom Strand stiess der Schwimmer endlich auf die salzige Erfrischung. Gigantisch dieses Naturspektakel.

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Das Wasser kehrt langsam zurück. Als Grössenvergleich: Im Hintergrund ist die letzte Düne mit den dahinter liegenden Ferienhäuser (darunter unseres ganz rechts) schemenhaft zu erkennen. Der Fotograf steht in maximal knöcheltiefem Wasser. In der Bildmitte im Bereich des trockenen Sandes sind ein Sonnenschirm (links) und Strandgänger (Mitte, rechts) zu erkennen (zoomen).

Das Wasser ist wirklich seeehr erfrischend. Es braucht schon ein Weilchen, bis sämtliche Körperpartien nach dem Kälteschock dem Grosshirn grünes Licht melden. Aber ist man mal drin, macht’s Spass.
Morgen erkundigen wir Portbail. Und bis dahin beobachten wir das aufkommende Sommergewitter und freuen uns auf einen erholsamen Schlaf…

Guernsey ist gebucht…

Es ist vollbracht. Zumindest die Buchung der Fähre und der Unterkunft auf Guernsey. Internet sei dank. Das letzte Familienzimmer mit Hunde-Erlaubnis. Vom 23. bis 26. Juli erkunden wir die Kanalinsel. Rosamunde Pilcher lässt grüssen.

Als Nicht-Linksfahrkundige planten wir, das Auto in Saint-Malo stehen zu lassen. Mit Hund geht das aber nicht. Entweder mit Auto, oder der Hund bleibt in Frankreich. Während der Überfahrt wird der Wagen zum Zwinger. Eine „zu Fuss“ Einreise ist nicht möglich. Somit kostet der Inselaufenthalt schlappe 250CHF zusätzlich. Nun denn. Unser Goldi ist es wert. Jetzt fehlt nur noch die zeitgerechte Verabreichung der Wurmkur. Wir arbeiten daran.

Guernsey soll es sein

Etwas beschaulicher als das touristische Jersey, präsentiert sich Guernsey in der elektronischen Medienwelt. Ideal für einen Kurztrip. Alea iacta est.

Wer mit dem Hund reist muss wissen, dass die Einreise auf die Kanalinseln nur mit Condor Ferries möglich ist. Nur die Mitarbeiter dieser Reederei sind ermächtigt, die Einreiseformalitäten zu prüfen und zu genehmigen. Somit ist auch der Abgangshafen Saint Malo gegeben. Das in unmittelbarer Nähe zu unserem Feriendomizil gelegene Barneville-Carteret bietet zwar auch Überfahrten nach Guernsey an, aber leider keine autorisierte Hundeeinreise. Konsequenz: Ein „Umweg“ von 170 km oder 2.5h Fahrzeit. Aber wir haben ja Zeit. Und „Zeit“ ist ein gutes Stichwort. Die „Ge-Zeiten“ sorgen nämlich für einen Rhythmus, mit dem du mit musst. Ob du willst oder nicht. Sprich: Wenn kein Wasser da ist, fährt auch kein Boot…

Jetzt müssen wir noch die Details klären: Termine, Überfahrt und Unterkunft. Scheitern kann die Übung immer noch. Nicht zuletzt an einer Wurmkur für unsere treue Begleiterin…

Abstecher auf die Kanalinseln?

Der Gedanke ist reizvoll. Ein, zwei Nächte auf Jersey oder Guernsey. Schliesslich liegen die berühmten Kanalinseln quasi vor unserer Haustüre, bzw. 30 km vor der Küste. Mit der Fähre von St. Malo in 1h20′ nach Jersey oder in 1h30′ von Carteret nach Guernsey. Barneville-Carteret liegt in unmittelbarer Nähe unseres Feriendomizils Portbail. Und wer schon mal schnuppern möchte, ob Guernsey eine Reise wert ist, dem sei die Lektüre der Guernsey E-Brochure empfohlen…

Eine Hürde, die es zu meistern gilt: Die Erfüllung der Einreisebestimmungen mit Hund. Fein säuberlich dargelegt in PETS, dem Pets Travel Scheme. Und hier das Piece de resistance: Die zeitgerechte Entwurmung des vierbeinigen Freunds. Da benötigen wir die Hilfe eines lokalen Tierarztes. Recherche läuft.

Unterdessen pflügen wir den Katalog eines, auf die Kanalinseln spezialisierten Reiseanbieters: Rolf Meier Reisen aus Neuhausen am schönen Rheinfall. Wirklich wunderschön, was es da zu sehen gäbe. Entschlussfassung läuft.