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Tag 8

Abschied von Guernsey. Einen letzten Dogwalk im Norden, einen Lunch in Downtown St. Peter Port und dann hiess es auf zum Pier. Die Fähre wartete.

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Blick auf St. Peter Port

Der Ausflug auf die Insel lohnte sich. In drei Tagen erhält man einen guten Überblick über das Steuerparadies. Mit einer Lachfalte und mit einem Tränensack im Gesicht, verabschieden wir uns. Das Auto hat, trotz ungewohnter Verkehrsführung, keinen Schaden davon getragen – der Fahrer auch nicht. Das Feuchte rund ums Auge rührt vom Drum und Dran: Natur, Leute, Ambiente – ein Wiedersehen würde Freude machen…

Die See war uns wieder wohl gesonnen. Die nur leichte Dünung sorgte für eine weitere positive Erinnerung an die rasante Überfahrt. Welche Furchen der Koloss ins Meer zieht, veranschaulichen folgende Bilder.

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Und wer lieber bewegte Bilder mag: Die Heckwelle. Und hier noch ein paar Details zum Schiff.

Um 19:20h hatten wir die Grenze zur Bretagne erreicht (Saint Malo) und damit wieder festen französischen Boden unterm Pneu. Der „Ferrylag“ (eine Stunde Zeitverschiebung) machte uns auch nicht zu schaffen. Gegen 22:00h erreichten wir unser Basislager in der Normandie, just um noch einen schönen Sonnenuntergang zu erleben.

Von der Rückreise von Saint Malo nach Portbail bleibt uns in Erinnerung, dass

  • die Franzosen eine ausgeprägte Liebe zu Verkehrskreisel haben (als Pendant zum Filter auf Guernsey) – viele davon müssen brandneu sein, da unser Navi sie nicht kannte…
  • uns doch noch einen Blick aus der Ferne auf den Mont Saint Michel gelungen ist (Nebel auf der Hinfahrt verunmöglichte dies)…
  • es in Frankreich wohl ein Gesetz gibt, welches den Radiosendern vorschreibt, mindestens 50% französische Songs zu spielen (sprich: englische und französische Titel wechselten sich auffallend stur ab)…
  • wir nun nachvollziehen können, wie es sich anfühlt, meilenweit gegen den Sonnenuntergang zu reiten (wir haben das Bild der Italowestern im Kopf).  Sprich minutenlang derart geblendet zu werden, um kaum noch die Strasse erkennen zu können (trotz Sonnenbrille und -blende). Aber schön war’s trotzdem…

Tag 5

Heute mussten wir früh aus den Federn. Um 1015h war Check-in Zeit in Saint Malo. Die Fahrt verlief planmässig. Pünktlich erreichten wir den Terminal. Als drittes Auto warteten wir auf das Boarding. Und vor uns: Der Twingo-Fahrer.
Zur festgelegten Zeit rollte das erste Auto zum Schalter. Vom Twingo-Pilot keine Spur. Da ich einen Tick zu nah aufgefahren war, konnte ich den einsamen Wagen nicht überholen. Glück gehabt. Sonst hätten wir den Comedy-Act des Tages verpasst. Geschmeidig schlenderte der Endfünfziger an der Seite seiner Gattin auf seine Bolide zu. Plötzlich erfasste er die Situation: Sein Auto an der Spitze einer auf ihn wartenden Kolonne. Vor seinem Gefährt: Gähnende Leere. Die Geschmeidigkeit in seinem Gang wich einer verkrampften Verlegenheit. Tempo wurde aufgenommen. Rein in die Karre, Gurt montiert und mit Schwung…am Kontrollposten vorbei. Doch Twingos Beifahrerin schreitet – optisch unmissverständlich sichtbar – verbal ein, unterstützt von der Hände und Arme ringenden Offiziellen, deren Lockenkopf aus dem – glücklicherweise – offenen Fenster des Kontrollhäuschens geschossen kam. Mr. Twingo legt also einen Notstopp ein und setzt seine Karre zurück. Ich blieb auf Distanz, was mir von der Uniformierten ein anerkennendes Augenzwinkern einbrachte. Twingo hat sich mittlerweile auf Höhe Schalter zurückgepirscht und bleibt mit zwei Meter Abstand zum Drive-in stehen. Die Fensterdurchreiche passt so nicht. Twingo verzichtet auf eine Rangierübung und will raus aus der Kiste. Der Gurtstraffer erinnert ihn sichtbar daran, noch mit seinem Auto verbunden zu sein. Schliesslich gelingt es ihm, sich dem Auto zu entledigen um das Check-in zu absolvieren. Wir haben uns königlich unterhalten und hoffen, das die getönten Frontscheiben unseres Vehikels etwas Diskretion gewahrt haben.

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Einfahrt der Fähre in den Hafen von Saint Malo

Die Überfahrt mit der HighTechSpeed Fähre dauerte knapp zwei Stunden. Mit 70 km/h blässt einen der Fahrtwind auf dem kleinen Freideck mächtig um die Ohren. Drinnen erinnert die Einrichtung mehr an einen Flieger als an ein Schiff. Die präventiv eingeworfenen Reisetabletten wären wohl nicht nötig gewesen. Das Meer war sehr ruhig. Weit und breit kein Gewitter. Unser Goldi musste derweil unter Deck im Auto bleiben. Vorschrift. Kein grosses Problem für unsere treue Begleiterin.

Guernsey empfing uns mit strahlendem Sonnenschein. Und dann die Premiere: Linksverkehr. Die ersten Kilometer haben gut geklappt. Mal sehen, wie schnell ich mich dran gewöhnen werde.

Wie erwartet gestaltet sich das Nachtessen in Begleitung eines Hundes als schwierig. Nur Restaurants mit Garten heissen unsere Begleitung willkommen. Nun denn. Man kann nicht alles haben…

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Nachtessen bei 50 Minuten Glockensound (zu Ehren des königlichen Nachkommens?) und Blick auf den Hafen von St. Peter Port bei Hochwasser (bei Ebbe sähe man wohl nur die höchsten Masten…)

Guernsey ist gebucht…

Es ist vollbracht. Zumindest die Buchung der Fähre und der Unterkunft auf Guernsey. Internet sei dank. Das letzte Familienzimmer mit Hunde-Erlaubnis. Vom 23. bis 26. Juli erkunden wir die Kanalinsel. Rosamunde Pilcher lässt grüssen.

Als Nicht-Linksfahrkundige planten wir, das Auto in Saint-Malo stehen zu lassen. Mit Hund geht das aber nicht. Entweder mit Auto, oder der Hund bleibt in Frankreich. Während der Überfahrt wird der Wagen zum Zwinger. Eine „zu Fuss“ Einreise ist nicht möglich. Somit kostet der Inselaufenthalt schlappe 250CHF zusätzlich. Nun denn. Unser Goldi ist es wert. Jetzt fehlt nur noch die zeitgerechte Verabreichung der Wurmkur. Wir arbeiten daran.

Guernsey soll es sein

Etwas beschaulicher als das touristische Jersey, präsentiert sich Guernsey in der elektronischen Medienwelt. Ideal für einen Kurztrip. Alea iacta est.

Wer mit dem Hund reist muss wissen, dass die Einreise auf die Kanalinseln nur mit Condor Ferries möglich ist. Nur die Mitarbeiter dieser Reederei sind ermächtigt, die Einreiseformalitäten zu prüfen und zu genehmigen. Somit ist auch der Abgangshafen Saint Malo gegeben. Das in unmittelbarer Nähe zu unserem Feriendomizil gelegene Barneville-Carteret bietet zwar auch Überfahrten nach Guernsey an, aber leider keine autorisierte Hundeeinreise. Konsequenz: Ein „Umweg“ von 170 km oder 2.5h Fahrzeit. Aber wir haben ja Zeit. Und „Zeit“ ist ein gutes Stichwort. Die „Ge-Zeiten“ sorgen nämlich für einen Rhythmus, mit dem du mit musst. Ob du willst oder nicht. Sprich: Wenn kein Wasser da ist, fährt auch kein Boot…

Jetzt müssen wir noch die Details klären: Termine, Überfahrt und Unterkunft. Scheitern kann die Übung immer noch. Nicht zuletzt an einer Wurmkur für unsere treue Begleiterin…

Abstecher auf die Kanalinseln?

Der Gedanke ist reizvoll. Ein, zwei Nächte auf Jersey oder Guernsey. Schliesslich liegen die berühmten Kanalinseln quasi vor unserer Haustüre, bzw. 30 km vor der Küste. Mit der Fähre von St. Malo in 1h20′ nach Jersey oder in 1h30′ von Carteret nach Guernsey. Barneville-Carteret liegt in unmittelbarer Nähe unseres Feriendomizils Portbail. Und wer schon mal schnuppern möchte, ob Guernsey eine Reise wert ist, dem sei die Lektüre der Guernsey E-Brochure empfohlen…

Eine Hürde, die es zu meistern gilt: Die Erfüllung der Einreisebestimmungen mit Hund. Fein säuberlich dargelegt in PETS, dem Pets Travel Scheme. Und hier das Piece de resistance: Die zeitgerechte Entwurmung des vierbeinigen Freunds. Da benötigen wir die Hilfe eines lokalen Tierarztes. Recherche läuft.

Unterdessen pflügen wir den Katalog eines, auf die Kanalinseln spezialisierten Reiseanbieters: Rolf Meier Reisen aus Neuhausen am schönen Rheinfall. Wirklich wunderschön, was es da zu sehen gäbe. Entschlussfassung läuft.