Archiv der Kategorie: Cotentin

Tag 13

Nachtrag: Den gestrigen Fisch genossen wir im Restaurant «Au Rendez-vous Des Pecheurs» in Portbail. Gemütlich, fein, freundlich. Empfehlenswert. Auch der Hund dürfte mit. Unserer bewachte aber die Hazienda.

Heute unternahmen wir unsere letzte Tour im Cotentin: Die «Route des Caps». Erster Blickfang: Flamanville. Zum einen das Schloss aus dem 16. Jahrhundert, zum andern das Kernkraftwerk aus dem 20. Jahrhundert. Was für Gegensätze quasi in Steinwurf-Distanz zueinander. Wir schlenderten durch den Park (des Schlosses, nicht des Kernkraftwerks) und „eifersüchtelten“ über die damaligen Besitzer.

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Château Flamanville

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Einen nächsten Zwischenstopp legten wir am Jachthafen von Dielette ein und fuhren danach zum atemberaubenden Aussichtspunkt in Biville.

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Das Panorama von Biville

Anschliessend schlossen wir den atomaren Kreislauf und kreuzten die Wiederaufbereitungsanlage La Hague. Ein riesiger Industriekomplex, abgesichert wie Fort Knox. Elektrozäune und Stacheldrahtverhaue. Und paar Kilometer weiter: Die Bilderbuch-Küste von Auderville mit dem Cap und seinem bekannten Leuchtturm.

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Cap de la Hague

In Omonville-la-Rogue schliesslich schlemmten wir Meeresfrüchte in einem spanischen Restaurant, dem Mar-Bella. Nicht ganz billig, aber sehr delikat. Anschliessend ging’s wieder Richtung Basislager.

Die Tour ist wirklich empfehlenswert. Wir trafen auf kleine Dörfer, die sich allesamt rausgeputzt haben. Renovierte Häuser, Blumen wo das Auge hinguckt, nirgends ist Müll zu sehen. Als ob die Zeit stehen geblieben wäre. Verschlafen, verträumt, ausgestorben – wie Hollywood-Kulissen. Traumhaft schön. Von wo kommt nur der Reichtum dieser Gegend? Zwei mögliche Antworten: Tourismus und Atomenergie…

Morgen soll es richtig schön und warm werden. Nicht ganz so heiss wie in der Heimat, aber immerhin. Wir schliessen unseren Aufenthalt gerne ab mit zwei Strandtagen und hoffentlich mit einer Menge stimmungsvoller Bilder wie diesen:

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Grössenvergleich: Traktor am rechten Bildrand

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Unsere Tour:

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Tag 12

Regentag. Wie angekündigt, liess Petrus ganztägig die Schleusen offen. Wir entschieden uns dennoch, eine kleine Tour in den Nordosten des Cotentin zu machen. In Quettehou vertilgten wir eine Fougasse, in Barfleur warfen wir einen Blick auf den charmanten Hafen und in Cherbourg stillten wir – im Schutz von Kollege „Näppu“ – den Durst.

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Gegen Abend lichteten sich die Wolken. Bei stürmischem Wind lag noch ein Strandspaziergang drin. Irgendwie erinnert mich Gina mit ihren wehenden Ohren an Fuchur, den freundlichen Drachen aus Michael Ende’s Buch «Die unendliche Geschichte».

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Am Abend ist Fisch angesagt. In Portbail gäbe es da ein empfehlenswertes Restaurant…

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Tag 11

Heute bewegten wir uns auf historischen Pfaden. Einen ersten Abstecher führte uns zum Nationalen Pferdegestüt in Saint-Lô. Per kaiserlichem Dekret verfügte Napoleon Bonaparte den Aufbau des Gestüts (und viele weitere in ganz Frankreich). Schliesslich benötigte er für seine imperialistischen Vorhaben eine Menge Pferdestärken.

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Wir leisteten uns eine (fast private) Führung übers Gelände und durch die Stallungen und machten einen Rundgang durchs kleine Museum.

Anschliessend stellten wir die Uhr 140 Jahre vorwärts und steuerten den Utah Beach an. Hier begann am D-Day die Landung der Alliierten.
Den Helden von damals gebührt unser ganzer Respekt. Nicht auszudenken, wenn die Operation Neptune, welche hier vor rund 70 Jahren seinen Anfang nahm, nicht geglückt wäre. Nordkorea liesse grüssen…

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Überall in der Umgebung stösst man auf Gedenkstätten und Museen (kein Eintritt für Hunde), aber auch auf allerlei Giftshops mit fragwürdigen Artikeln. So auch in Sainte-Mère-Eglise, welches durch ein Missgeschick eines Fallschirmspringers und dessen Verfilmung im «Der längste Tag» weltberühmt wurde.

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Bei der Rückfahrt durch die grüne Landschaft (einst Landungszone tausender Falschirmspringer) stellten wir fest, dass zumindest optisch von einer Wirtschaftskrise hier im Cotentin (noch?) nichts zu sehen ist. Die verträumten Ortschaften präsentieren sich sauber und gepflegt. Es wird gebaut und renoviert. Neue Strassen und Kreisel entstehen. Unser Navi benötigt dringend einen Update…

Die Route:

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Für Interessierte: