Archiv für den Tag 23. Juli 2013

Tag 5

Heute mussten wir früh aus den Federn. Um 1015h war Check-in Zeit in Saint Malo. Die Fahrt verlief planmässig. Pünktlich erreichten wir den Terminal. Als drittes Auto warteten wir auf das Boarding. Und vor uns: Der Twingo-Fahrer.
Zur festgelegten Zeit rollte das erste Auto zum Schalter. Vom Twingo-Pilot keine Spur. Da ich einen Tick zu nah aufgefahren war, konnte ich den einsamen Wagen nicht überholen. Glück gehabt. Sonst hätten wir den Comedy-Act des Tages verpasst. Geschmeidig schlenderte der Endfünfziger an der Seite seiner Gattin auf seine Bolide zu. Plötzlich erfasste er die Situation: Sein Auto an der Spitze einer auf ihn wartenden Kolonne. Vor seinem Gefährt: Gähnende Leere. Die Geschmeidigkeit in seinem Gang wich einer verkrampften Verlegenheit. Tempo wurde aufgenommen. Rein in die Karre, Gurt montiert und mit Schwung…am Kontrollposten vorbei. Doch Twingos Beifahrerin schreitet – optisch unmissverständlich sichtbar – verbal ein, unterstützt von der Hände und Arme ringenden Offiziellen, deren Lockenkopf aus dem – glücklicherweise – offenen Fenster des Kontrollhäuschens geschossen kam. Mr. Twingo legt also einen Notstopp ein und setzt seine Karre zurück. Ich blieb auf Distanz, was mir von der Uniformierten ein anerkennendes Augenzwinkern einbrachte. Twingo hat sich mittlerweile auf Höhe Schalter zurückgepirscht und bleibt mit zwei Meter Abstand zum Drive-in stehen. Die Fensterdurchreiche passt so nicht. Twingo verzichtet auf eine Rangierübung und will raus aus der Kiste. Der Gurtstraffer erinnert ihn sichtbar daran, noch mit seinem Auto verbunden zu sein. Schliesslich gelingt es ihm, sich dem Auto zu entledigen um das Check-in zu absolvieren. Wir haben uns königlich unterhalten und hoffen, das die getönten Frontscheiben unseres Vehikels etwas Diskretion gewahrt haben.

20130724-093027.jpg

Einfahrt der Fähre in den Hafen von Saint Malo

Die Überfahrt mit der HighTechSpeed Fähre dauerte knapp zwei Stunden. Mit 70 km/h blässt einen der Fahrtwind auf dem kleinen Freideck mächtig um die Ohren. Drinnen erinnert die Einrichtung mehr an einen Flieger als an ein Schiff. Die präventiv eingeworfenen Reisetabletten wären wohl nicht nötig gewesen. Das Meer war sehr ruhig. Weit und breit kein Gewitter. Unser Goldi musste derweil unter Deck im Auto bleiben. Vorschrift. Kein grosses Problem für unsere treue Begleiterin.

Guernsey empfing uns mit strahlendem Sonnenschein. Und dann die Premiere: Linksverkehr. Die ersten Kilometer haben gut geklappt. Mal sehen, wie schnell ich mich dran gewöhnen werde.

Wie erwartet gestaltet sich das Nachtessen in Begleitung eines Hundes als schwierig. Nur Restaurants mit Garten heissen unsere Begleitung willkommen. Nun denn. Man kann nicht alles haben…

20130724-093109.jpg

Nachtessen bei 50 Minuten Glockensound (zu Ehren des königlichen Nachkommens?) und Blick auf den Hafen von St. Peter Port bei Hochwasser (bei Ebbe sähe man wohl nur die höchsten Masten…)

Werbeanzeigen